Theater-AG „ohren-kopf-und-kragen“ des SGG-Bingen mit„Einfach SIMPLE“ für den Internationalen Jugentheaterpreis PAPAGENO-Award 2017 in Österreich nominiert

Kurz nach der Bekanntgabe, dass auch das Staatstheater Mainz zum Berliner Theatertreffen fährt und zudem sein Chefmaskenbildner Paefgen für die Goldene Maske nominiert ist, gibt es eine weitere frohe Theater-Kunde aus der Region: Die Eigenproduktion „Einfach SIMPLE“ nach dem Jugendroman von Marie-Aude Murail ist sowohl in der Sparte „Beste Produktion“ als auch „Beste Haupt- und Nebendarsteller“ für den im deutsch- und englischsprachigen Raum einmaligen „Jugendtheater-Oscar“ nominiert. Mit ihm ehrt die Reiman-Akademie Linz/Österreich Produktionen mit jugendlichen Darstellern zwischen 12 bis 21 Jahren.

Die AG toppt damit bereits zum zweiten Mal, denn schon bei der letzen Runde 2015 waren sie dabei und holten mehrere Auszeichnungen, so je einen „Goldenen Papageno“ für in den Sparten „Beste Produktion“ und „Bester Hauptdarsteller“ nach Hause.

Einige der Nominierten sind schon gar nicht mehr am SGG und bis nach Südamerika verstreut, denn sie haben bis kurz vor ihrem Abitur 2016 noch mit auf der Bühne gestanden. Veronika Rathay (Monsieur Hase Hase) wir nicht extra von Südamerika nach Salzburg kommen können, wo am 25. März in einer großen Gala die Preise  verliehen werden. Aber nicht nur bei den Nobelpreisen gibt es das Stellvertreter-Prinzip und so reisen Julia Mach (Aria) und Lilith Günther (Mme Gottlieb) an, genauso wie Markus Zobel (Colbert), Tim Graßmann (Enzo) und Nick Stein (Simple), die dann bereits sicher ihr Abitur in der Tasche haben.

 

„Die Nominierung ist bereits eine besondere Auszeichnung“, heißt es lapidar im Anschreiben an die Auserwählten. Und dies stimmt, denn die Binger haben es bereits in die Gruppe des letzten Viertels geschafft: Aus über 200 Einsendungen wählte die Akademie 50 Produktionen aus - darunter lediglich sechs Schulgruppen. Nur als Team lässt sich eine solches Niveau, das international und mit Jugendabteilungen von Staats- und Stadttheatern mithalten kann, erreichen. „Wenig finanzielle Mittel, persönliche Einbußen bei Schulnoten und Zeit, aber viel Engagement, Spaß, Improvisationstalent, Gruppenspirit, genügend Verrücktheit und das Brennen für’s Theater, so könnte unser Prinzip lauten“, meint Spielleiterin Sibylle Brandl.

Und so wird es am 25. März nicht nur für die sechs Nominierten, sondern auch für die ganze Gruppe unter der Regie von Brandl und Rita Benter spannend, denn im Großen Saal des altehrwürdigen Mozarteums werden dann die Preise „Goldener Papageno“(Hauptpreise), „Goldener Vogel“ (Anerkennungspreise) und „Großer Preis der Jury“ für Regie und Gesamtleistung verliehen.

 

Bis dahin dauert es noch fast zwei Monate. Derweil sichtet eine Jury verteilt in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz am heimatlichen Computer die Produktionen. Sie besteht jeweils aus einem Mitglied der teilnehmenden Gruppen. Angesichts von über 50 nominierten Produktionen hat jedes Mitglied 7-8 Produktionen zu bewerten, so dass jede Produktion mehrfach gevotet wird – in Zeiten von DVD und Onlineabstimmungen eine zu meisternde Aufgabe, die freilich Zeit kostet. „Die Latte hängt schon ziemlich hoch, denn es sind etablierten Jugendclubs von Theatern und anderen professionell arbeitenden Jugendtheatern mit am Start“, merkt Sibylle Brandl an, die bereits den DVD-Stapel mit acht fremden Produktionen vor sich hat. „Hier wird das Ergebnis, der Gesamteindruck, die Umsetzung, Bühnenpräsenz, Sprache, Mimik, Gestik bewertet. Manchmal gar nicht so leicht, denn man muss auch über persönliche Vorlieben hinweg urteilen können.“

 

Das nominierte Stück kann man leider nicht mehr live sehen. Aber die nächste Eigenproduktion ist schon in der Mache und orientiert sich an einem originalen Kriminalfall im Jugendmilieu. Dazu trifft sich eine Dramaturgie-Gruppe unter Abiturient Nick Stein wöchentlich und erstellt die Story, parallel dazu erarbeitet Sibylle Brandl mit der Gruppe die Szenen und Charaktere aus. Auch eine musikalische Begleitung unter der Leitung von Hans-Michael Barth ist geplant. Aufgeführt wird das Stück vor den Herbstferien im SGG.

 
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