"Georg Büchner - Genie der Geschichte"

 

 

 


Prof. Dr. Hermann Kurzke zu Gast am Stefan-George-Gymnasium


Vergangenen Freitag lud Hermann Kurzke - zu Gast am Stefan-George-Gymnasium - zu einer kleinen Zeitreise ein. Für 90 Minuten entfachte er während des SGG-Forums in einer Vielzahl der angehenden Abiturienten Aufbruchstimmung in eine Zeit 200 Jahre vor uns. Denn 2013 ist Georg Büchner Jahr! Am 17. Oktober vor exakt 200 Jahren wurde der früh verstorbene Georg Büchner in einem kleinen Örtchen im Großherzogtum Hessen als eines von acht Kindern aus gutem Hause geboren.
“Aufsässig und melancholisch, satirisch aggressive und romantisch verträumt, politisch gescheitert und steckbrieflich gesucht, in mindestens zwei Frauen verliebt…”, so charakterisiert Kurzke den Schüler eines Elitegymnasiums und Rebell aus gutem Hause.
Büchner muss wohl ein “guter Schüler gewesen sein, der wusste, was man von ihm erwartet.” Später studierte er Medizin, zunächst in Straßburg, dann in Gießen, zuletzt wurde er in Zürich zum Doktor der Philosophie ernannt.
Für weitreichende Aufruhr sorgte er im Frühjahr 1834 mit dem wohl schärfsten Pamphlet des Vormärz. In seiner Flugschrift “Der Hessische Landbote” ruft er zu einem radikalen Umsturz auf: “Friede den Hütten – Krieg den Palästen”
Nur 3 Jahre später segnet er die Zeitlichen in Folge seiner Typhuserkrankung. Kurzke selbst bezeichnet ihn als “braven Soldaten im Befreiungskrieg der Menschheit”. Trotz seiner kurzen Lebensdauer gilt er heute als einer der bedeutendsten Literaten des Vormärz.
Kurzke dagegen gilt als eine Koryphäe und wahrer Experte der Lebensgeschichte Georg Büchners.
Einmal mehr stellte er dies mit seinem eineinhalb stündigen Vortrag über Büchner unter Beweis. Sein Vortrag war klar strukturiert, ausgeschmückt durch erhaltene Überlieferungen aus Büchners Leben wie beispielsweise sein Zeugnis und an Beredsamkeit nicht zu überbieten. Bedauerlich ist nur, dass nicht jede Zuhörerschaft über einen hinreichend ausgeprägten Geschmackssinn für die literarischen und historischen Feinheiten des Lebens hat, nicht mal, wenn Größen wie Kurzke sie auf dem silbernen Tablett servieren.

Adrian Müller-Achenbach

 

 

Kaum ein deutscher Autor ist so umstritten wie Georg Büchner und kaum einer wird so oft gelesen und aufgeführt. Hermann Kurzke revolutioniert mit seinem Buch „Geschichte eines Genies“ bei vielen das bestehende Büchnerbild.

 
Bisher wurde Büchner nur als politischer Agitator, Frühsozialist und Vorläufer der 1848er Revolution wahrgenommen, nun betrachtet Kurzke seine anderen Seiten wie das Menschliche, das Romantische oder auch das Künstlerische.
 
Hermann Kurzke, Professor em. für Neuere deutsche Literatur, brillianter Hochschullehrer, der Generationen von Studenten begeisterte. Er ist vor allem durch seine Feuilleton-Artikel in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und durch zahlreiche Thomas Mann Publikationen bekannt geworden.
 
 
SGG-Forum am 13.September 2013  in N3
Beginn: 12.45 Uhr (7. und 8. Stunde)
Verbindlich für die Klassenstufe 12
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